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Das Letzte aus "Pascha Wider Willen" vom 5.04.2003

"PASCHA"

Das Wort Pascha stammt, schenkt man den üblichen Lexika Glauben, von dem persischen „Padischah“ ab, und wurde im osmanischen Reich als Titel für die höchsten Beamten und Offiziere verwendet.
Tatsächlich wird die Bezeichnung Pascha von der überwiegenden Allgemeinheit jedoch völlig anders definiert: Nämlich als ein ebenso genuss- wie behaglichkeitsliebender Mann, dessen (meist mehrere) Frauen ihn Tag und Nacht verwöhnen. Nun streiten noch heute etliche Gelehrte über dieselbe Frage, wie beim Huhn und dem Ei:

Was war zuerst?

 Der Titel „Pascha“, oder der Mann, der einfach einer war. Im Gegensatz zu der Eier-Huhn-Geschichte, über die uns leider niemand Genaueres gackern kann, liegen uns zur Paschafrage jede Menge eindeutige „Fakten, Fakten, Fakten“ vor: Suchen wir nach dem ersten namentlich erwähnten Pascha, so werden wir schnell fündig. Hierbei handelt es sich zweifelsfrei um Adam, wie auch weniger Bibelkundige schnell erkennen. Aus seiner Rippe erschuf der Herr bekanntlich Eva und gab sie Adam zur Seite, damit sie ihm, dem Manne untertan sei. Somit ist eindeutig belegt, dass es Gottes Wille war, dass die Frau die Wünsche ihres Mannes erfüllt und ihn somit zum Pascha kürt.

Damit ist klar, schon die alten Perser kamen mit ihrem Titel etliche Tausend Jahre zu spät. Doch auch weltlich orientierte  Geister finden in der Evolution befriedigende Antworten auf diese Streitfrage. Betrachten wir das Ganze also mal aus den Augen des Biologen:
Auffallend ist hier schon mal die unterschiedliche Anatomie: Schon der sanduhrförmige weibliche Körperbau gibt dem wachen Geist schnell Aufschluss über dessen Sinn und Zweck. 
Die primäre Aufgabe der üppigen Rundungen ist zweifelsohne, die Sinne des Mannes zu wecken. Doch die sekundären und mindestens ebenso wichtigen  Funktionen der Kurven sind leider nur den wenigsten bekannt. So bilden die ausladenden Hüften in Verbindung mit der schlanken Taille  zwei hervorragende Kindersitze inklusive zweier Airbags.
So kann frau ihr Kind auf der Hüfte bequem mit sich herumtragen und hat gleichzeitig immer noch eine Hand frei zum Kochen, Putzen oder ihrem Mann den Kopf zu kraulen. Letzteres ist übrigens auch der Grund für die Glatzenbildung beim Mann. Diese macht es frau nämlich leichter, die Kopfhaut ihres Paschas zu verwöhnen. Gleichzeitig hat die Natur vorgesorgt, dass mann bei dieser Prozedur nicht so leicht verletzt wird:
Nämlich mit der vielzitierten Brüchigkeit weiblicher Fingernägel.

Als weiteren Schutz vor allzu liebeswütigen Untertanen, hat die Natur dem Pascha einen Bart geschenkt. Dieser, am Besten nur wenige Millimeter lang getragen, erinnert nicht nur an Kaktusstacheln, sondern schützt auch die Lippen seines Trägers wirkungsvoll vorm Wundküssen.
Ebenso einleuchtend ist auch der Sinn und Zweck, warum Frauen im Regelfall deutlich kleiner sind. So nehmen sie im Bett ihrem Mann nicht so viel Platz weg und der findet ausreichend Raum, seinen prächtigen Bierbauch, auch berühmt als Mercedesstern der Krone der Schöpfung,  auf den Laken zu präsentieren.Aber auch in der Muskulatur finden wir deutliche Unterschiede. So sind die filigranen Muskelfasern der Frau speziell für deren elegante Bewegung und den anmutigen Tanz verantwortlich, mit dem sie sich allabendlich in spielerisch-aufreizender Weise vor ihrem Pascha entblättert. Dessen dicke Muskelstränge hingegen lassen anstelle eines elfengleichen Tanzes lediglich eine Form des groben „Head-bangens“ zu, womit er frau eindrucksvoll seine Stärke und sein überdurchschnitt-liches Rhythmusgefühl demonstriert.

Eine weitere anatomische Besonderheit beim männlichen Gaumensegel macht es möglich, dass Frau Nacht für Nacht von ihrem Pascha den Lohn für ihre Aufopferung in Form eines romantischen Grunzliedes, in vielen Kulturen huldvoll als „Nächtliche Ode der Liebe“ oder „Hauch der Zärtlichkeit“ bekannt erhält, welches heute fälschlicherweise meist mit dem irreführenden Begriff „Schnarchen“ abgetan wird.

Und nicht zuletzt spricht auch der größere Verstand des Mannes eine beredte Sprache, da er es dem Pascha erlaubt, die Aufgaben und Arbeiten seinen Frauen zu delegieren, damit diese am Erfüllen der selbigen und am Dienen so recht ihre Freude haben. Diese Beweisliste ließe sich nun noch endlos weiterführen, doch sollten diese aufgeführten Argumente bereits genügen, auch die größten Skeptiker zu überzeugen, dass der Mann schlichtweg zum Pascha und die Frau zu seinem Untertan geboren sind, womit eindeutig bewiesen wäre, dass der Titel erst sehr viel später erfunden wurde.
Doch soll dieser Artikel nicht vorschnell schließen, bevor nicht noch die zwei dringlichsten Fragen beantwortet sind, die sich jetzt natürlich aufdrängen.

  Erstens: Warum hat der Pascha bei all so viel anbetungswürdiger Pracht zumeist nur einen Untertan? Hauptverantwortlich dafür zeigt sich wahrscheinlich, dass in diesen zivilisierten Tagen, da mann sein ursprüngliches Lieblingshobby, nämlich seine Kräfte mit anderen zu messen und Krieg zu spielen, so ziemlich aufgegeben hat. Daraus folgend ist leider kein nennenswerter Frauenüberschuss mehr vorhanden, so dass es einfach mangels „Ressourcen“ nicht möglich ist, dass nur einzelne Paschas noch einen Harem ihr eigen nennen können, wie es doch jeder brave Mann verdient hätte.

  Zweitens: Gibt es auch weibliche Paschas? Über diese Frage, die in ihrer Naivität so nur von einer Frau gestellt worden sein kann, dürfen wir Paschas erst einmal herzlich lachen, bevor wir sie mit einem klaren „Nein“ abtun. Warum?
Nun, wie oben ausführlich beschrieben, ist dies sowohl aus religiöser, als auch aus biologischer Sichtweise schlicht unmöglich. Zwar gibt es lächerliche Gerüchte, die behaupten es gäbe eine Konstellation, bei der es genau umgekehrt wäre, und mann angeblich frau vergöttert, welche dazu den Titel „Diva“ tragen soll, 

... doch wie schon gesagt, handelt es sich hierbei lediglich um lächerliche Gerüchte, die uns Paschas nicht beunruhigen sollten.

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Das Letzte aus "Nie Allein Daheim" vom 27.09.2002

Die Drachen

Es geht in diesen Tagen häufig das Gerücht, der heilige Georg hätte den letzten Drachen erschlagen. Daß dies eine - vermutlich von den Drachen selbst in die Welt gesetzte - infame Lüge ist, stellt Mann fatalerweise meist erst nach der Hochzeit fest. Es gibt sie noch, die Drachen. Doch tragen sie nur mehr selten ihr grünes Schuppenkleid. Raffiniert wie Drachen sind, haben sie sich im Laufe der Zeit eine perfekte Tarnung ersonnen: Sie sehen so aus, wie ganz normale Menschen. 

Oder besser wie weibliche Menschen. – Genau! Die Rede ist vom „Tyranno Besenreitus Regina", besser bekannt als „Schwiegerdrachen".

Was der heilige Georg dereinst tatsächlich erschlagen hat ist nicht bekannt. Wahrscheinlich handelte es sich bei seinem verstorbenen Opponenten nur um einen harmlosen Dinosaurier, der das Aussterben seiner Kollegen verschlafen hatte, und dieses schnell nachholen wollte. Ob der heilige Georg auch seine Schwiegermutter, und damit einen echten Drachen erschlagen hat, ist nicht überliefert. Doch spielt das auch nur eine untergeordnete Rolle, da sie, wie wir heute wissen, keinesfalls die letzte ihrer Art war. Stellen wir uns also die bange Frage: Mutiert jedes weibliche Wesen eines Tages zum Schwiegerdrachen?
Die gnadenlose Antwort ist: Ja!

Doch wie kommt es dazu?

Die folgenden Zeilen sollen nun erstmals Licht in die finstere Lindwurmhöhle bringen und die Entstehung der Drachen ausleuchten.
Typisch für den Schwiegerdrachen ist seine schier unglaubliche Entwicklung. Hier ist es wie mit der dicken Raupe, die sich dann zum herrlichen Schmetterling entfaltet - nur umgekehrt. Der Schwiegerdrachen ist in jungen Jahren meist hübsch und adrett anzusehen, oft auch von bestechender Freundlichkeit. In diesem Entwicklungsstadium lässt lediglich eine gewisse – oft periodisch auftretende – Launenhaftigkeit erahnen, welch grausiges Ungeheuer da unter der süßen Hülle schlummert.

Die Verwandlung des Schwiegerdrachens setzt meist schon kurz nach der Paarung ein. Dies zeigt sich meist an einer zusehends runder und massiger werdenden Gestalt. Auch bei der Aufzucht der Jungen, verheimlicht der angehende Schwiegerdrachen nicht seine ihm angeborene Dominanz und Bissigkeit. In dieser Phase zeichnet sich dann schnell ab, ob Mann sein künftiges Dasein als Drachenbändiger oder als Drachenfutter fristet. 
Sind die Jungen dann im geschlechtsreifen Alter, setzt der letzte Entwicklungsprozeß des Schwiegerdrachens ein. Mehr oder weniger trickreich sucht er nun seine Opfer, die er mit seiner weiblichen Brut vermählen kann. 

Ist dieser letzte Schritt gelungen, dann terrorisiert der Schwiegerdrachen sadistisch seinen Schwiegersohn und erlebt dabei ein nie erahntes Hochgefühl. Die Quälmethoden, die der Schwiegerdrachen dabei verwendet sind vielseitig und von barbarischer Grausamkeit. So will man schon Schwiegersöhne gesehen haben, die rasend, mit schäumenden aufgerissenen Mündern und flackerndem Wahnsinn in den Augen durch die Wälder irrten, weil ihnen der boshafte Schwiegerdrachen Biertrinken, Fußballgucken oder den Kauf eines neuen Autos verboten hat. 

In verschiedenen Kulturen wurde versucht, der Ausbreitung der Schwiegerdrachen dadurch Herr zu werden, indem man letztere nach dem Tode ihrer Bändiger, bzw. ihres Drachenfutters gleich mit ins Grab gepackt hat. Oft mussten sogar noch die Bediensteten mit in die Gruft, wohl um zu verhindern, dass sich der Schwiegerdrachen wieder ausbuddelt. Doch bei den heutigen Grundstückspreisen können sich solchen Luxus nur noch sehr wohlhabende Kulturen oder Wüstenvölker leisten. 

Doch es gibt auch besonders waghalsige Drachenbändiger, die überwiegend im Morgenland anzutreffen sind und „Scheichs" genannt werden. Manche Scheichs halten sich einen sogenannten Harem mit oft 40 und mehr angehenden Schwiegerdrachen, welche zähnefletschend über die unermesslichen Schätze ihres Bändigers wachen. Doch nicht selten ist so ein Scheich Opfer seines Übermuts und von seinen eigenen Drachen zerfleischt worden. 

Im Laufe der Jahrzehnte ist der Schwiegerdrachen von einst jedoch degeneriert und hat viel von seiner Boshaftigkeit und Aggression eingebüsst. Heute sind viele sogar lammfromm und reagieren bisweilen sogar mit liebevollem Schnurren auf die Schmeicheleien ihrer Bändiger und Schwiegersöhne.
Aber nichtsdestotrotz sollte man auch den modernen Schwiegerdrachen immer freundlich und ab und an mit kleinen Geschenken oder dem einen oder anderen Blumenstrauß begegnen. Ansonsten erweckt man leicht die bösen Urinstinkte und wehe wenn die losgelassen. Denn furchtbar ist der Drache in seinem Zorn.

Darum gilt für alle Drachenbändiger und solche die es werden wollen:

Liebet Eure Drachen!

 

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Das Letzte aus "Wir kommen alle in den Himmel" vom 2.03.2002

Die Geschichte des Gefängnisses

Auf welche Epoche die Entstehung des Gefängnisses zu datieren ist, darüber kann aus heutiger Sicht leider nur spekuliert werden.
Es liegt jedoch die Vermutung nahe, dass die Kriminalität zur gleichen Zeit entstand, wie der Mensch.
Höhlenmalereien lassen vermuten, dass schon der Steinzeitmensch seine Übeltäter in Höhlen sperrte.

Die Strafe hieß immer lebenslänglich, ohne Bewährung. Jedoch dauerte lebenslänglich damals meist nur ein paar Stunden. Denn die Inhaftierten mussten ihre Zelle noch mit hungrigen Bären oder Säbelzahntigern teilen.

Die antiken Römer nahmen diesen archaischen Brauch wieder auf und verfütterten ihre Missetäter an die wilden Tiere.
Diese Gefangenenhaltung war nicht nur preiswert und belustigend, sondern auch höchst ökonomisch und zu Hundertprozent biologisch abbaubar, was darauf schließen lässt, dass der damalige Justizsenator der erste verbürgte Grüne der Geschichte war.

Im Orient gebot man der notorischen Überfüllung in den Kerkern durch eine revolutionäre kriminologische Entdeckung Einhalt: Die Überführung der Täter mittels Fingerabdruck.
Da Papier und Tinte unver-hältnismäßig teuer und auch nicht in jedem entlegenen Bergdorf aufzutreiben war, archivierte man gleich die ganze Hand der ertappten Bösewichter. Bei Wiederholungstätern brauchte man also nur die andere Hand ans Archiv zu senden, wo sie genau verglichen wurde und somit zur zweifelsfreien Aufklärung eines Verbrechens führte.

Für so manchen jungen Dieb bedeutete dies nach zweimaligem Gefasstwerden jedoch auch das Ende einer hoffnungsvollen Karriere.

Möglicherweise ist dies ein Hinweis, dass nicht Großbritannien, sondern der Orient das Mutterland des Fußballs ist.

Die Ägypter bauten nicht nur die ersten Strafanstalten, sondern hielten sogar lange den Rekord der größten.
Tausende von kriminellen Sklaven wurden, gleich nachdem sie mitgeholfen hatten selbige zu bauen, in die Pyramiden gesteckt. Allerdings hatte irgend ein verschnarchter Architekt vergessen, die Ausgänge anzulegen.
So erfüllten die Pyramiden nicht nur den Zweck von ausbruchssicheren Gefäng-nissen, sondern wurden auch den Aufsehern und den jeweiligen Gefängnisdirektoren zum Grab, wie heutige Funde belegen.

Im Mittelalter entwarfen pfiffige Architekten zur Auflockerung des langweiligen Einheitslooks die verschiedenartigsten Gefängniszellen:
Da gab es welche, die waren nur knapp einen Meter hoch, dafür ausladend breit, andere dafür waren nur eine Elle breit, doch dafür versöhnte die drei Meter hohe Decke, wieder andere waren kreisrund, usw.
Nun mussten jedoch die Häftlinge den Zellen angepasst werden.
Dies geschah dann mittels Streckbänken, Schrumpfzylindern, Rädern und anderem Werkzeug. Erstaunlicherweise wollten sich die Insassen jedoch nie so recht mit diesen neumodischen Gefängnisanlagen anfreunden.

Heute haben sich die Justizvollzugs-anstalten zu modernen High-Tech „Fünf-Sterne-Luxusbunkern“ entwickelt, ausgestattet mit Schwimmbad, Whirlpool, Sauna, Fitness- und Gemeinschaftsräumen, Fußballfeldern, Tennisplätzen, Golfanlagen, Entspannungsgärten im japanischen Zen-Stil und natürlich einem Gourmetrestaurant. Jede der großzügig möblierten Zellen verfügt zudem über Kabelfernsehen, Wasserbett, PC mit Internetanschluss und Telefon.
Ein freundlicher Zimmerservice sorgt obendrein für größtmöglichen Komfort.

Da ist es kein Wunder, dass die Gerichts-höfe dem großen Andrang kaum mehr nachkommen. Und ein Abschwellen der Prozessflut ist nicht abzusehen

Deshalb bietet „Knacki-Tours“ -diesem neuen Urlaubstrend folgend- allen Interessenten einen mehrjährigen kostenlosen Faulenz-Aufenthalt in den schönsten Haftanstalten der Welt. Frühbuchung erwünscht.

Wer will da noch ein Leben in Freiheit
Es lebe der Knast!

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Das Letzte aus "Immer diese Handwerker" vom 3.11.2001

Die Handwerker

Die Handwerker sind wahrlich eine Spezies für sich.
Diese Tatsache erfährt jeder, der jemals in die bedauernswerte Notsituation gerät, dass er dringend einen solchen benötigt.
Sei es nun ein Schlosser, Maler, Dachdecker, Klempner, Zimmermann, Schreiner oder was auch sonst immer.
Eines haben Sie alle gemeinsam: Wie katastrophal und dringlich der Notruf auch immer sei, ein echter Handwerker bleibt immer ruhig.
Sachlich kühl und überlegen stellt er dann schon am Telefon die ersten Fragen.
Und natürlich hat er volles Verständnis, wenn jemand gerade aufgrund einer ausgelaufenen Spülmaschinen nur noch in Gummistiefeln durch sein Wohnzimmer spazieren kann. Deshalb verspricht er auch einen zeitigen Termin, frühestens in zwei Wochen, spätestens aber nächsten Monat.

Die raffiniertesten ihrer Zunft schaffen es sogar ihre Kunden monatelang hoffnungsschwanger hinzuhalten mit dem berüchtigten Handwerkersatz „Aber morgen kommen wir, ganz bestimmt!"

Die These, dass Menschen, die dringend auf einen Handwerker warten, besonders häufig in Kirchen beim Gebet anzutreffen wären, ist allerdings noch unbewiesen.
Allerdings ist es ein echter Fall für „Akte X". wie die Handwerker es schaffen ihre Termine so zu legen, dass es immer so richtig ungünstig ist.
Den Nachtarbeiter klingelt er morgens aus dem Bett, beim frühaufstehenden Büromenschen, legt er eine lange (erheblich teurere) Nachtschicht ein.
Und für all jene, die er sonst nicht erwischt, bereitet er am Sanistag morgen um 6.30 h einen Extra Arbeitseinsatz vor, möglichst lautstark, dass auch die Nachbarn was davon haben.

Erstaunlich für den Laien ist auch, dass der Verschmutzungsgrad der Uniform gar nichts über den Fleiß oder das Können eines Handwerkers aussagt. Einen schmutzigen Blaumann kann der Faule auch vom Rumliegen auf der Baustelle bekommen haben.
Allerdings kursiert das Gerücht, Handwerker wären auch schon pünktlich und leise arbeitend beobachtet worden.
Böse Zunge behaupten jedoch es würde sich dabei um jene dunkleren Schäfchen aus der Handwerkerherde handeln, die sich
- entsprechend der Farbe ihres Fells - mit sogenannter Schwarzarbeit ein kleines Zubrot nebenher verdingen.

Aber natürlich sind dies nur üble Gerüchte. Und wenn Sie im Edelhafen von Monaco auffällig viele Dachdecker, Maler, Maurer und Konsorten auf ihren mondänen Luxusjachten sehen, dann hat das auch überhaupt nichts Arges zu bedeuten.
Legendär ist auch der Freiheitsdrang und das Durchsetzungsvermögen der Handwerker. Auch in Gefangenschaft lassen sie sich nur schwer zähmen.

Zwar ist es vor Urzeiten einigen geschickten Pharaonen gelungen, mit einem wahren Handwerkerheer einen Termin zum Pyramidenbauen zu vereinbaren. Allerdings hatten Ramses und Co. den Terminabsprachen mit ein paar aufmunternden Peitschenschlägen Nachdruck verliehen. Doch auch die ägyptische Kultur war zum Niedergang verurteilt, als sie ihre damals überwiegend jüdischen Handwerker aus dem Land ziehen ließen.

Von da an ließen sich die Handwerker nicht mehr nötigen. Die Griechen und Römer versuchten zwar noch durch ihre Feldzüge an billige Handwerkersklaven zu kommen, doch waren letztere schon raffiniert genug, trotz Sklavenstatus nur gegen erstklassige Behandlung und viel Gold zu arbeiten.
Die unzähligen über den Tag verstreuten Vesperpausen sind heute noch Relikt dieser Zeit. Hat der Handwerker eher ein phlegmatisches und gutmütiges Wesen, so kann er doch auch recht hinterlistig handeln.

So mancher Bauherr, der den Preis zu sehr gedrückt, oder gar nicht bezahlt hatte, wunderte sich sehr, wenn das vermeintliche Schnäppchen schon wenige Stunden nachdem die Handwerker verschwunden waren, in sich zusammenstürzte.

Aber was ist es, das diese hart arbeitenden Menschen so verschmitzt lächeln lässt, wenn mal wieder ein versnobter Großkotz überheblich auf ihre schmutzigen Handwerkerhände herabäugt?
Nun, wahrscheinlich ist es das Wissen, dass auch bei diesem Großkotz irgendwann einmal die Toilette überlaufen wird, und er dann so lange auf einen Handwerker warten muss, dass er den Klempner, wenn er denn endlich kommt, auf Knien begrüßt.

  Drum sage ich Euch jetzt mit diesem Gedicht,

  verspotte niemals einen Handwerker nicht !


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Das Letzte aus "just fast married" vom 21.04.2001

Hochzeit - Heirat - Ehe

Drei Worte; eine Frage: Fluch oder Segen?

Die Suche nach einer Antwort führt uns bis in die graue Vorzeit.
Millionen Jahre lang, trug es sich folgendermaßen zu: Kaum hatte die Steinzeit-Frau sorgsam brav die Höhle gefegt und gefeudelt, da kam auch schon ihr Versorger nach Hause und krönte seines Weibes Putzwerk mit den Fußstapfen seiner dreckverkrusteten Mammutfellstiefel.
Daraufhin machte er die unerfreuliche Bekanntschaft mit der Holzkeule, einem frühen Vorläufer des heutigen Nudelholzes, dem „Wellholzus anticus" sozusagen.

Und so manchem wackeren Jäger dieser Zeit, der zu viel vergorene Früchte genascht hatte, wurde nächtens von seinem humorlosen Höhlenweibchen der Eintritt ins sichere Heim verwehrt, so daß er schutzlos im Freien schlafen mußte.
Dadurch geschah es, daß viele angeschickerte Steinzeitjäger den Rest ihres Lebens als eine Art steinzeitliches „Mon Cherie" in Mägen gieriger, mitleidloser Säbelzahntiger verbrachten.

Das mißfiel den Männern gar sehr. Und so fassten sie sich an den Händen, und deklamierten allen Frauen den Krieg um die Allmacht im Heim.

Die Revolution begann!

Eine Extrawurst tunkten nur mal wieder die Pharaonen in ihre Linsen.
Diese Herrscher hingen so sehr an Ihren Gemahlinnen, daß sie sogar darauf bestanden, nach dem Tode, letztere mitsamt des Hofstaates mit in ihre Grabmäler, die sogenannten Pyramiden zu nehmen. Allerdings wurden Nilkönig und Nilkönigin in verschiedenen Grabkammern untergebracht.
Offensichtlich ging die Liebe dann also doch nicht so weit, daß das Erste, was so ein Pharao beim Erwachen im Jenseits sehen wollte, das Antlitz seines Weibes sein sollte. (Und manchen braven Männern soll es sogar morgen für morgen beim Erwachen im Ehebett ähnlich ergehen)

Die Zeit bis zur christlichen Zeitrechnung, stellte den Bund fürs Leben auf keine allzu harte Probe.
Was gab es an einem Seitensprung schon groß zu bemängeln. Machten es doch die Götter der Antike ständig vor.
Zeus' Neigung zu sterblichen Frauen füllt ganze Bücher und hält wohl heute noch an.

Wie anders ist es zu erklären, daß wir noch in heutiger Zeit, immer wieder das Donnerwetter seines Götterweibes Hera mit abbekommen.
Und nur ein schlichtes Gemüt glaubt immer noch, daß seinerzeit der muskelgestählte, junge und attraktive Paris die schöne Helena, unter Gewaltanwendung aus den faltigen Armen ihres verhutzelten Gemahls des greisen Königs von Sparta, Menelaos, reißen mußte.
Allerdings hatte dieser Seitensprung fatale Folgen.
Tausende Menschen kamen ums Leben und eine ganze Stadt. Troja, wurde in Schutt und Asche gelegt.

Die rustikaleren Burschen im Mittelalter gaben dem Treueschwur durch Erfindung des (meist eisernen) Keuschheitsgürtels buchstäblich neues Gewicht.
Die Feudalzeit führte die Ehe in neue Bahnen. Denn damals verabschiedeten die noblen Herren, jenes oft heute noch neidisch beäugte Gesetz, welches Ihnen bei jeder Eheschließung ihrer Untertanen, die erste Nacht mit der Braut sicherte.
Aber die Männer unterschätzten jenes scheinbar „schwache" Geschlecht.
Listig wie sie nun mal sind, haben die Frauen uns Männer in Sicherheit gewiegt und längst die Macht ihrer Höhlen bewohnenden Urahnen zurückgeholt.
Bewaffnet mit Nudelholz und/oder Schönheit, führen sie heutzutage ein eisernes Regiment über Haus und Herd.

Und wenn sich der heutige Mann widersetzt, so findet er sich fluggs den gierigen, mitleidlosen Säbelzahntigern der Moderne - den Scheidungsanwälten - zum Fraß vorgeworfen. Rund fünftausend Jahre währte der Aufstand des Mannes.
Und jetzt stehen wir wieder genau da, wo unsere Urahnen einst aufbegehrten. Und so möchten wir uns an den Händen fassen und rufen:

Die Revolution ist tot!

Es lebe die Revoulution !

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Das Letzte aus "Mama ist die Beste" vom 11.11.2000

Das Matriarchat - Die Frauenherrschaft

Ja, es ist eine für alle hartnäckigen Verfechter des Patriarchats furchtbare Demütigung: Wir leben in einem Matriarchat!

Jawohl, entgegen zäh aufrecht erhaltenem Scheinwissen wird und wurde unsere Welt von Frauen regiert.
Ganz offensichtlich war der Apfel der Schlange nur ein Ablenkungsmanöver, worauf der naive und unschuldige Ur-Mann Adam auch prompt hereingefallen ist.
– Na ja, woher hätte er die Frauen auch besser kennen sollen?

Aber Fakt ist, das Haupterbe der Schlange sind keineswegs die viel und wirkungsvoll eingesetzten Reize des weiblichen Körpers, nein, es ist die honigsüße, gespaltene Zunge, die uns Männern alles vorgaukeln und versprechen kann.
Ach, Sie glauben, bei Ihnen wäre es anders?

Nun, dann beginnen wir doch mal zu sieben.
Wer von Ihnen hat denn die Theaterkarten bezahlt...

So, nachdem nun schon der Großteil aller Männer einsichtig und nachdenklich geworden ist, wollen wir noch ein paar Fakten aus der Geschichte hervorkramen. Lernten Sie nicht auch in der Schule Julius Cäsar hätte Rom regiert?
Oder Napoleon Bonaparte führte Frankreich zu nie gekannter Große?
Oder Bill Clinton wäre der mächtigste Mensch der Welt?

In Rom war es Antonia, in Frankreich Josefine und in den USA ist es Hillary, die die wahre Macht inne hatten, bzw. haben!

Aber es kommt ja noch schlimmer: Hätten die Männer auf ihre Frauen gehört, Cäsar hätte wahrscheinlich noch Brutus überlebt, Napoleon hätte kein Waterloo mit ansehen müssen und Britannien anderenorts erobert, und Bill Clinton wäre Nichtraucher geworden und hätte somit niemals in eine brisante Zigarrenaffäre verwickelt werden können. Sollen uns diese historischen Zeugnisse etwa sagen, wir Männer sollten auf unsere Frauen hören? Die Antwort ist so schlicht und schmerzhaft, wie ein Schlag ins Gemächt:

Ja!

Ich wußte, daß die Hartnäckigen unter Ihnen jetzt Alexander den Großen anführen würden. Aber der hatte nachweislich mehr feminine Hormone und Tendenzen als männliche, und muß somit ebenfalls zu der weiblichen Gilde gezählt werden. So auch alle anderen geschichtlich überlieferten männlichen Alleinherrscher.
Entweder, Sie hatten eine mächtige Frau an ihrer Seite - häufig war diese Stelle auch von der ehrgeizigen Mutter besetzt - oder sie waren „süße Alexanderchen".

In ganz verheerenden Fällen trafen sogar alle drei Punkte zu.
Und zappen Sie doch heutzutage noch einmal durch die Fernsehkanäle. Erschrecken Sie nicht auch, wenn Sie mit ansehen müssen, wie sogar die letzten männlichen Trutzburgen von Frauen erobert werden?!
Frauen spielen Fußball, boxen, politisieren, trinken Bier und kriegen auch noch ganz nebenbei Kinder.
 „Was?", ja „was", so werden Sie als Mann nun verzweifelt lamentieren, „Ist uns Männern denn noch geblieben, was uns die Frauen nicht wegnehmen können?"

Nun, die Lösung ist ebenso profan, wie genial:

Wir können sauberen Schuhes im Stehen pinkeln.

Das ist die letzte ureigene männliche Bastion.

Aber damit ist uns, Gott sei Dank, eine nicht zu unterschätzende Macht in die Hände gelegt worden, mit der wir unsere Frauen heute und auch in Zukunft immer noch zur Weißglut treiben können.

Es lebe das Patriarchat !

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