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Allgemeine Zeitung Alzey vom 3.01.1997

Auf Mallorca ist ein Zimmer frei

Neues Stück im Gerry-Jansen-Theater nimmt Pauschalurlauber auf die Schippe

rp.- Der typische Mallorca-Urlauber bietet ja zweifelsohne allerlei Ansätze für eine Satire. 

Der Ruf derjenigen, die ihre Freizeit im „17.Bundesland" verbringen, ist hinreichend bekannt...

„Ausgerechnet Mallorca..."
heißt auch die Satire von Gerry Jansen, die die Pauschalurlauber und ihre Eigenschaften auf die Schippe nimmt...


Die Verwechslungskomödie spielt in der Hochburg der Mallorca-Touristen, El Arenal.  Der Möchtergern-Playboy Klaus-Rüdiger Maier, der von Lothar Wirth äußerst glaubwürdig verkörpert wird, bucht im Hotel „Steffi und Boris" das Zimmer Nummer 318. Die „Suite" entspricht nicht ganz den gängigen Vorstellungen einer Räumlichkeit in einem 5 Sterne-Hotel.
Vielmehr handelt es sich um eine Bruchbude, die unweigerlich das Bild einer Hinterhofabsteige suggeriert. All die Bemühungen Klaus-Rüdiger Maiers, ein anderes Zimmer zu erhalten, schlagen fehl, zumal die Kommunikation mit dem Hotelportier Rodriguez einige Schwierigkeiten aufweist.
Pedro Rodriguez mißversteht häufiger Wünsche seiner Gäste, als daß er sie erfüllt. Maier ist zwar über das „möblierte Wohnklo" entsetzt, bleibt jedoch in dem Zimmer. Da der verheiratete Urlauber sich meistens bei seiner Freundin aufhält, benötigt er den Raum nur zwischen zehn und elf Uhr morgens.

Um die restliche Zelt nicht ungenutzt verstreichen zu lassen, vermietet Rodriguez dasselbe Zimmer auch an Doris Mayer. Die attraktive Urlauberin, gespielt von Angelika Fanai, nutzt den Raum abends zwischen 22 und 23 Uhr, um sich frisch zu machen.
Da bei dieser geringen Nutzung noch 22 Stunden verbleiben, wird prompt eine dritte Person einquartiert. Der Novize Martin Meier hat als Abschiedsort von seinem weltlichen Leben ausgerechnet Mallorca gewählt.

Daß Maier, Mayer und Meier in Konflikt geraten, ist programmiert.

Gerry Jansen in der Rolle des Pedro Rodriguez fördert durch seine zahlreichen Mißgeschicke die Verstrickungen. Die von Katja Burghardt gespielte Nonne, die auf den Novizen Meier aufpassen soll, tut ihr übriges, um das Chaos zu perfektionieren.

Die Satire spricht durch die gekonnte Persiflage auf den typisch deutschen Urlauber an und lebt vom komödiantischen Talent der Darsteller.

Klaus-Rüdiger Maler und Doris Mayer permanent in Auseinandersetzungen zu erleben, brachte eine Menge Schwung in die Komödie.

Das rasante Stück bereitete auch daher dem Publikum gute Unterhaltung.

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