Allgemeine Zeitung Alzey vom
4.01.2000
Rudi
muss wieder "runter"
Premiere
im Gerry-Jansen-Theater; "Wer glaubt schon an Gespenster?"
hb. - Zum Jahrtausendwechsel spielt sich im Gerry-Jansen-Theater etwas ganz
Unglaubliches ab.
Im neuen Stück "Wer glaubt
schon an Gespenster ?" stellen die magischen zwei Nullen auf der Uhr
kurz vor dem Neujahrstag ein präzises und höchst kniffliges Ultimatum für den
Hauptdarsteller Rudolf Ramsch alias Lothar Wirth dar.
Diesen hat es nach einem tragischen Autounfall vor die Himmelspforte
verschlagen. Dort muss er erfahren, dass er wegen eines bürokratischen Fehlers
weder in den Himmel noch in die Hölle eingecheckt werden kann.
Denn seine guten
Taten wiegen sich exakt mit den schlechten auf.
Versehen mit besonderen
Fähigkeiten, wird er mit einer zu erfüllenden schwierigen Aufgabe wieder auf
die Erde zurückgeschickt:
Rudi muss bis zum Jahreswechsel verhindern, dass sich sein Bruder Hardy (von
Gerry Jansen), der
- von seiner Freundin verlassen - in
schwere Depressionen verfallen ist.
Als hartnäckiger Gegenspieler tritt der bekannte Alzeyer Friseur Peter Weber in
der "haarsträubenden" Rolle des Kapitän Claas Classen auf, der aus
nicht ganz uneigennützigem Grund den Unglücklichen bei seinen
Selbstmordversuchen tatkräftig unterstützt.
Rudolf Ramsch versucht in seiner Verzweiflung, Hardy mit einer käuflichen Dame
zu verkuppeln.
Bei seinem Rettungsversuch hat er allerdings die Rechnung ohne
die äußerst fürsorgliche Mutter der beiden so unterschiedlichen Brüder gemacht.
Diese hat nämlich ebenfalls ein weibliches Wesen auf den Haushalt und das Herz
ihres Sohnes angesetzt.
Tanja Götemann, die mit ihrem lasziven Auftritt als Callgirl Lulu Lala mehrfach
Szenenapplaus erhielt, liefert sich mit Haushälterin Lilli Pfnürr ein erbittertes
Duell...
In der Rolle der Lilli vom Lande brilliert Christina Krewer, die nach
zehnjähriger Bühnenabstinenz ihre ganz persönliche Premiere mit Bravour
gemeistert hat.
Lillis urbayerische Lebensphilosophie wird von den Flüchen des Nordlichts
Claasen in amüsanter Weise konterkariert.
Mit der Premiere von "Wer glaubt schon an Gespenster?" präsentiert
der Autor, Regisseur und Darsteller Gerry Jansen eine Verwechslungskomödie, die
gleich mit mehreren Neuheiten aufwartet.
Das mit einer Prise schwarzem Humor gewürzte Stück ist einer bestimmten Person
gewidmet, einem Bekannten des Autors, der einen Tag vor seinem 50. Geburtstag
verstarb.
"Ich glaube, er hätte seine Freude
daran, und ich hoffe, Sie werden sie auch haben", wandte sich Jansen an
das Publikum.
Das Novum, ein Hörspiel an den Anfang der Vorstellung zu platzieren, kam bei
den Zuschauern ebenso gut an wie die von Markus Klingenberg und Andreas Engel
eingesetzten technischen Effekte...
Alzeyer Wochenblatt
Und
wie kommt man in den Himmel?
Premiere
im Gerry Jansen-Theater: Die Abenteuer von Rudi Ramsch, der ein Engel werden
möchte
ALZEY
(ua) - "Ich liebe meinen Job," meint Luzifer, der per Handy von
Petrus herbei gerufen wurde. Denn Petrus ist ratlos.
Vor den Himmelspforten steht Rudi Ramsch (Lothar Wirth), der aufgrund eines
tödlichen Verkehrsunfalls kurz vor Jahresende um Einlass bittet.
In Petrus' Büchern ist er nicht vermerkt, ebenso wenig in denen Luzifers.
Und
außerdem stört er die Inventur der beiden.
"Horch emool, du gehst zurück auf die Erde!" entscheidet Petrus.
Dort hat Rudi als Geist genau 48 Stunden Zeit, die gute Tat zu vollbringen, die
ihm Einlass in den Himmel gewährt:
Er soll seinen an Liebeskummer leidenden
Bruder Hardy (Gerry Jansen) vor dem Selbstmord bewahren.
Doch
Hardy hat schon die Schlinge um den Hals, und der Hausmeister Käptn Claasen
(Peter Weber), ein ostfriesischer Liebhaber von Bier und Dornkamp, hilft ihm
eifrig dabei, damit der Knoten auch richtig hält.
Obwohl der Käptn nichts gegen Hardy hat, ist er dennoch auf dessen Wohnung
scharf.
Er unterstützt ihn nach Misslingen des ersten Selbstmordversuches mit
einer Waffe und sicherheitshalber "repariert" er die Lampe im Bad so
geschickt, dass Hardy einen Stromschlag erleiden müsste.
Doch der Geist Rudi ist sich seiner Aufgabe vollends bewusst, hängt doch seine
spätere Zukunft vom Leben des Bruders ab. So engagiert er das Callgirl Lulu
(Tanja Götemann), um Hardy auf andere Gedanken zu bringen.
Aber auch die Mutter
sorgt sich um Hardy und hat ebenfalls für weibliche Gesellschaft in Form der
bayerischen Haushälterin Lilli (Cristina Krewer) gesorgt...
Es ist Gerry Jansen gelungen, das Thema "Leben nach dem Tod" humoristisch
zu betrachten, ohne die sich darum rankenden. Geschichten und Mythen zu
verletzen. Und deshalb darf herzlich gelacht werden...
Neu an dieser Gerry Jansen-Produktion
ist das einleitende Hörspiel, die Szene im Himmel, bei der der Zuschauer seiner Phantasie freien Lauf lassen
kann.
Mit perfekten Schauspielern, phantasievollem Bühnenbild und ausgesuchten
Kostümen gelingt es immer wieder, dass die Komödie bei den Zuschauern
Begeisterungsstürme auslöst.
Die Premiere war nicht nur die Premiere
des Theaters, sondern auch die des Apostelkellers ...
Einen großen Teil zur wachsenden Popularität des Gerry Jansen-Theaters hat der
Förderverein beigetragen...
Stolz kann er auf erfolgreiche Arbeit im vergangenen Jahr zurückblicken und die
aktiven Mitglieder haben bereits Pläne, wie sie in diesem Jahr dazu beitragen,
das Alzeyer Boulevard-Theater einer noch größeren Öffentlichkeit zu präsentieren.