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Alzeyer Zeitung vom 7.3.2001

Himmlisches Vergnügen
…Häftling trifft bibelfeste Frau

Premierenfieber herrscht...

Die eingespielte Musik, bevor der Vorhang sich hebt, dauert lange.
Eine Zuschauerin mutmaßt, heute gebe es wohl nur ein Konzert.

Doch weit gefehlt. Als die roten Samtbahnen sich vor dem wieder einmal höchst gelungenen Bühnenbild im Gerry-Jansen-Theater zur Seite schieben, erlebt das Publikum eine wahrhaft himmlische Uraufführung des neuesten Werks.
Wieder einmal floss es aus der Feder des Theaterchefs und Schauspielers Gerry Jansen.
Wieder einmal begeistert er mit der richtigen Mischung aus Klamauk, Wortwitz, verwirrender Handlung und überraschenden Wendungen.

"Wir kommen alle in den Himmel", heißt das neue Stück, mit dem die Mimen ab jetzt an fünf Tagen in der Woche bis Ende Juni auf der Bühne stehen werden.

Der "Professor" und sein Kumpel "Rammler" haben es schwer,
Erst müssen die beiden Ausbrecher sich auf die Flucht vor der Polizei begeben und dann landen sie im Haus der schwerhörigen Elisabeth Niehtu.

Die ist aber, trotz ihres fortgeschrittenen Alters nicht auf den Kopf und schon gar nicht auf den Mund gefallen.
Mit ihren bissigen und treffsicheren Sprüchen macht sie nicht nur den beiden Neulingen in ihren vier Wänden, sondern auch Schwiegertochter Corinna und Enkelin Claudia das Leben regelrecht zur Hölle.

Gespielt wird die giftige Oma von einer brillanten Katrin Burkhardt, die mit ihren 85 Lenzen den Beweis antritt, dass das Theaterspielen wahrhaft jung hält...

In die Rolle ihrer frömelnden Enkelin Claudia schlüpft Karin George, die schon als Maus im Kinderstück Schnabababaratz im Jansen Theater mitwirkte.

Mit der unschuldig wirkenden jungen Frau, die lückenlos Bibelstelle um Bibelstelle rezitieren kann, sich aber schließlich höheren und so gar nicht biblischen Mächten gegenüber sieht, ist die Rolle ideal besetzt.

Als ihre Mutter, die unter den Attacken ihrer Schwiegermutter arg zu leiden hat und sich Sorgen um die Zukunft der Tochter macht, fungiert keine geringere als Carola von Klaß.

Sie ist eine feste Größe im Jansen-Theater und überzeugt auch diesmal durch ihre Schauspielkunst…

In den gestreiften Anzügen der beiden Häftlinge "Professor" und "Rammler", die sich als ungleiches Ausbrecherpaar durchzuschlagen versuchen, stecken der exzellente Lothar Wirth und der ebenso überzeugende Gerry Jansen.

Welche Rolle die vielen Fifis, Wuwus, Lilis und Bibis spielen, die sich zudem auf der Bühne tummeln, möge der geneigte Zuschauer selbst herausfinden.

"Wir kommen alle in den Himmel" ist eine die Lachmuskeln strapazierende Komödie.

Bewährte Zutaten wie ein bisschen Zweideutiges, einige Verwechslungen, viele Wandlungen und jede Menge Wortwitz vermengt Gerry Jansen darin nach neuer Rezeptur zu einem raffinierten Ohren- und Augenschmaus.

Der Lohn nach der ersten Verkostung zur Premiere für den kreativen Theatermacher und sein Team: ein begeistertes Publikum, das das neue Stück und seine Protagonisten mit viel Applaus und stehenden Ovationen feierte.

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Alzeyer Wochenblatt vom 8.3.02

ALZEY (bo) ? Schon lange feiert das Gerry Jansen?Theater einen Erfolg nach dem anderen. Mit der neuen Komödie "Wir kommen alle in den Himmel" haben sich die Akteure rund um Regisseur, Schauspieler und Theaterschriftsteller Gerry Jansen mal wieder selbst übertroffen.

Urkomisch ist das neue Stück, das bei der Premiere vom Publikum stürmisch beklatscht und mit Standing Ovations bedacht wurde.

Die bedauernswerte Corinna Niethu (Carola von Klaß) lebt mit ihrer Tochter Claudia (Karin George) im Reihenhäuschen der unleidlichen Schwiegermutter (Katrin Burghardt).
Aber das tut sie nicht freiwillig.
Ihr Mann, nach dem Genuss einer gekochten Kartoffel verschieden, hat seiner Familie nur Schulden überlassen. Da Corinna mit ihrer Tochter die Wohnung nicht mehr bezahlen kann, wird sie auf die Straße gesetzt.
Die beiden landen notgedrungen bei der biestigen Schwiegermutter, die sie feindselig belauert.

In dieser Misere wendet sich Claudia, Corinnas Tochter, dem Glauben mit großer Inbrunst zu, ja sie will sogar in ein Kloster gehen. Wenn nur nicht die zwei Ausbrecher auftauchen würden!

Durch den engen Kamin zwängen sich "Rammler" Stefan Schneuzheimer (Gerry Jansen) und sein Kumpan "Professor" Emil Rotzeburg (Lothar Wirth) und verursachen jede Menge Chaos.

Um ihre Knastuniformen loszuwerden, haben sie nämlich einen Wäschesack geklaut.

Pech gehabt: Im Sack ist ein Priesterhabit und eine Nonnentracht.

Was bleibt ihnen da übrig, als diese Klamotten anzuziehen…

Und so ergibt es sich, dass sich die beiden mehr und mehr in Widersprüche verstricken und die Geschichten, die sie ihren "Gastgebern" erzählen, immer skurriler werden.

Urkomisch sind ihre kernigen Knacki-Dialoge und stehen in krassem Gegensatz zu ihrem geistlichen Getue.

Dabei tun sie auch noch was Gutes und verweisen die biestige Schwiegermutter in ihre Schranken. Als diese nämlich Corinna mal wieder richtig fertig macht, weil die Arme vor Aufregung stottert, wird sie von den beiden Gangstern kurzerhand in ihr Zimmer gesperrt.

"Professor" stottert nämlich auch, und ihm tut Corinna Leid. Schließlich trifft ihn auch noch Amors Pfeil...

Letztlich sind die beiden Knastis geläutert und wollen nun nicht mehr klauen. Aber auch die Schwiegermutter, von der 85?jährigen (!) Katrin Burghardt hinreißend gespielt, hat sich völlig verändert...
Was soll sie denn allein in ihrem Reihenhäuschen?

Schließlich kommen ja alle in den Himmel…

Das gelungene Bühnenbild erstellten Markus Klingenberg und Andreas Engel.


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